Frau und schön sein
Zu jeder Zeit haben Frauen sich schön gemacht.
Bestimmte Körpermerkmale wurden mehr oder weniger betont, je nach Trend der Stilepoche.
Keine Frau schmückt sich nur um sich selbst zu gefallen. Vielmehr ist ihr Ziel auf sich aufmerksam zu machen. Einerseits die Aufmerksamkeit der männliche Artgenossen auf sich zu lenken, aber vielmehr um die weibliche Konkurrenz auszustechen.
Frauen machen sich für Frauen schön, um zu signalisieren: "du hast hier und heute keine Chance, denn ich bin die Schönste, die Beste und die Teuerste!"
Gut zu beobachten kann man dies auf prominenten Veranstaltungen, beispielsweise Filmpreisverleihungen. Ein Kleid ist glamouröser, ausgefallener, freizügiger und teurer als das andere. Und genau das wollen die Trägerinnen dieser Unikate auch demonstrieren: " Ich bin glamouröser, ausgefallener, brillianter und teurer als ihr!"
Mit einem Wort: "Ich bin mehr wert!"
Mode entstand ursprünglich aus einer Notwendigkeit heraus, um sich zu bedecken, zu schützen und zu tarnen und auch heute noch dient Kleidung zum Schutz vor Kälte und in gewisserweise auch zur Tarnung.
Schon die alten Ägypter benutzten Farbe für Ihre Lippen, Wangen und Augen.
Als Farbgrundstoffe dienten natürliche Materialien wie Lehm und Tonerde, Mineralien und Pflanzen.
- Kupferspat diente zu Herstellung von Grüntönen
- Lapislazuli für Blautöne
- Zinnober für Rot
- Kohl- Öl-Gemische für Schwarz
Als Make up- Entferner diente Olivenöl oder Ziegenmilch
Besonderen Wert legten die Ägypter auf Ihr Augen- Make up, denn es symbolisierte die göttliche Sinnbildung.
Ägyptische Mode
Die Mode im alten Ägypten war eher spärlich und bestand hauptsächlich aus leichten, weißen Gewändern.
Ägyptische Frauen trugen lange, faltenlose Kleider, die aus sehr dünnen, transparenten Stoffen bestanden, wobei die Brüste frei blieben. Das ärmere Volk gab sich in der Regel mit einem Hüftband zufrieden.
Wo an der Kleidung gespart wurde, blieb mehr Platz für üppigen, bunten Schmuck, der allerdings auch nur den "Oberen" ( Königen und Priestern) zugesprochen wurde.
Der einfache Bürger konnte es sich nicht leisten.
Frisuren
Zum Schutz vor der Sonne und natürlich auch zum Schmuck benutzten die Ägypter (Männer wie Frauen) Perücken. Die Farbe des künstlichen Kopfschmuckes war üblicherweise blau-schwarz und ähnelte dem Pagenkopfschnitt.
Kinder trugen die sogenannte Jugendlocke, ein spärlicher Haarausschnitt
am glatt rasierten Kopf.
Mittelalter
Im Mittelalter gald ein blasser Teint als Schönheitsymbol. Um der Haut den gewünschten Ton zu verleihen, bediente man sich mit hochtoxischem Bleiweiß, das nach mehrfacher Verwendung zu entzündlichen Hautabszessen führte.
Erst in der späteren Renaissance, durch Elisabeth I wurde das Färben von Lippen und Wangen mit Hilfe des roten Farbstoffes Koschenille ( rote Schildlaus) wieder präsent.
Mode
Die Kirche bestimmt im frühen Mittelalter wer welche Kleidung tragen durfte und auch wie die Kleidung auszusehen hatte. Es sollte möglichst der ganze Körper bedeckt sein.
Ab ca. dem 14. Jh. wurden die Kleider am Oberkörper wieder enger, um die Taille zu betonen, bzw. auf die Weiblichkeit aufmerksam zu machen. Die Kleiderärmel waren weit ausgeschnitten ( Hängeärmel)
Stoffe wurden üerwiegend aus Nessel, Leinen, Wolle und Hanf hergestellt und nur dem Adel war es vergönnt sich in bunten, seidenen Stoffe aus Importländern zu kleiden.
Gefärbt wurden diese Stoffe mit Essenzen von der Birke, Rainfarn, Gilbkraut und Krapprot ( Purpurschnecke).
Haare
In der Regel trugen verheiratete Frauen die Haare bedeckt.
Schon damals war es üblich die Haare zu blondieren. Man trug sie glatt oder gepflochten,
mit Vorliebe sehr lang und wellig.
Barock
Es wurde sich nicht gerne gewaschen und Körperpflege war ein absolutes NoGo!
Ersatzweise wurde um so mehr gepudert und parfümiert.
Startschuss für diese Modeepoche gab der französische "Sonnenkönig" Ludwig XIV. Somit galt die französische Mode schon damals als Vorbild für viele Frauen des Adelsstandes.
Die kalkweiße Gesichtsfarbe war auch in dieser Zeit ein absolutes "Muss", doch statt des giftigen Bleiweißes benutzte man inzwischen Reis- und Mehlpuder.
Mode
Die Kleider des Barocks waren sehr verspielt und verziert. Das Korsett und die sehr enge Taillenschnürung waren ein Muss zu dieser Zeit und nicht selten wurden dabei sogar Rippen gebrochen. Auch wundert es nicht, dass die adlige Damenwelt damals zu vermehrten Ohnmachtsanfällen neigte, bei einem so eingezwengten Oberleib war an eine entspannte Atmung nicht zu denken.
Um die schmale Taille noch mehr zu betonen, schnürte man unter das Oberkleid Hüftkissen.
Haare
Es war die Zeit der Perücken, sofern man es sich leisten konnte. Die Damen des Adelsstandes besaßen gleich mehrere, die oft zu turmähnlichen Gebilden frisiert und mit sehr viel Dekoration ausgeschmückt wurden. Auch hier durfte das Puder nicht fehlen.
Kopfläuse hatten hatten jetzt Hochkonjunktur, denn die eigenen Haare wurde selten, wenn gar nicht gewaschen, da sie durch die Perücken ohnehin nicht zu sehen waren.
Heute
Im Vergleich zu damals hat sich eigentlich nicht viel verändert. Kleidung wird benutzt um sich zu zeigen, etwas auszustrahlen, etwas zu symbolisieren. Natürlich wird sich heute mehr (manchmal viel zu viel) gewaschen.
Kleidung ist bequemer und tragbarer geworden, Frauen tragen Hosen und können sich kaum vorstellen keine im Schrank zu haben. Noch vor 60 Jahren trug kaum eine Frau Hosen.
Modetrends wechseln heute schneller und halten sich durchschnittlich ca. fünf Jahre und manchmal vergisst man, dass wir von den Modeideen vergangener Zeiten profitieren. Bestimmte Stilmerkmale finden sich oft in Modetrends wieder. Der "Empire-Stil"(unter der Brust weit geschnitten) z.B. wurde zur Zeit Napoleons getragen.
stilgefühl sabine markmann